Weniger heulen, mehr machen!

Oh man, es ist 11:20 Uhr, ich muss in wenigen Minuten arbeiten und schon gestern hat mich Roman ‘Truthbear’ Lammers Meinung zum Thema Hacker nicht sonderlich interessiert und die Kommentare darunter noch weniger. Das mag daran liegen, dass ich schon lange kein Warcraft mehr spiele, trotzdem fühle ich mich dem Spiel noch verbunden. Und darum finde ich es sehr schade, dass hier einige offenbar zu früh aufgeben. Zurück zum Thema: Nein, ich spiele kein Warcraft, aber ich spiele DotA – und wer DotA spielt, der kennt das Problem, das ihr jetzt mit Warcraft habt. Nein, in DotA hacken nicht alle, dafür sind die meisten schlecht und ruinieren das Spiel.

Wenn das aktuelle System scheiße ist…

Da sind wir auch schon bei der wichtigen Gemeinsamkeit. In beiden Spielen gibt es Leute, die ganz offenbar das Spiel nicht so spielen wollen, wie es angedacht ist. Wer in der Ladder hackt ist sicherlich nerviger als ein Leaver in DotA, allerdings dürfte jedem bewusst sein, dass ein einigermaßen niveauvolles Spiel in DotA auch nur mit 10 Leuten möglich ist, die etwas von der Materie verstehen. Finde ich die im Battle.net? – Nein, natürlich nicht.

Wie schaut’s nun bei Warcraft aus? Ganz genau dasselbe: Die Gegner hacken, das Spiel ist ruiniert, man verliert den Spielspaß. Die Reaktion? So viel Whine, dass inzwischen schon zum Analog-Käse gegriffen wird, um die Wartezeit auf Blizzards Patches zu überbrücken. Doch was ist, wenn dieser Patch nie kommen wird? So wie ich das aktuell einschätze, werden noch mehr Tränen fließen und Warcraft 3 wird zum letzten Mal für tot erklärt. Und dann ist es weg vom Fenster. Muss das sein?

… dann mach ich mein eigenes (oder nutze bestehende Alternativen)

Ganz offensichtlich nicht. Wer sich ein wenig mit DotA auskennt, weiß, dass es diverse InHouse-Ligen gibt und dazu noch die DotA-League. Die Seite hat ein eigenes Matchmaking-System, das zwar nicht unbedingt sinnvoll ist, aber zumindest rechnerisch faire Partien erstellt. Außerdem wird man bestraft, sollte man das Spiel vorzeitig verlassen. Eigentlich kann einem die Strafe total egal sein, aber meist siegt doch der Ehrgeiz und man versucht, bessere Stats als die anderen vorweisen zu können. Logische Folge: Das Niveau ist um einiges höher als im Battle.net.

Und die DotA-Spieler sind nun wahrlich nicht die ersten, die auf die Idee kamen, ihre Spiele selbst zu organisieren. Auch viele andere Spiele hatten schon Probleme mit Cheatern – ich behaupte einfach mal ohne jegliches Hintergrundwissen, dass es sogar bei den meisten, älteren Spielen der Fall ist. Nicht umsonst gibt es in Starcraft einige Ladder-Systeme, die nicht auf Blizzards Battle.net basieren, sondern auf Websites ähnlich der DotA-League. Eine Seite, die sogar alle drei Titel abdeckt (SC:BW, WC3, DotA), ist iCCup.com.

Das Fazit für Freunde des Käse: Weinen ist nicht alles, Eigeninitiative ist angesagt. Organisiert euch selbstständig, dann kann euch auch Blizzard egal sein und die ganzen Hacker ebenso. Starcraft hat es auch nicht geschadet, dass die Ladder voll mit Cheatern ist – vielleicht kann ja auch Warcraft noch bis zu seinem Nachfolger überleben. Bei der momentanen Grundeinstellung wage ich das allerdings zu bezweifeln.

Eine Meinung von Stefan Schmitt, die nicht den Qualitätsansprüchen von ePen.is gerecht werden möchte; viel mehr ein Blogbeitrag, der die deprimistischen Warcraft-Spieler aufrütteln soll. 11:41 Uhr – over and out.

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