Eric top, ESL Flop

Vor kurzem wurde noch über Erics kritisches EPS-Resümee diskutiert, heute wurde dann klar, dass es auch bei einer Fortsetzung der WC3-Königsklasse sein letztes Statement gewesen wäre. Der unangenehme Orc hat es am letzten Spieltag also doch noch geschafft, die letzten drei Minor Penality Points zu sammeln und sich damit des Preisgelds zu berauben und aus der letzten WC3-EPS gekickt zu werden. Zu Recht?

Eric zum Abschluss in seiner Wunschrolle: Opfer

Diese Frage lässt sich in meinen Augen ganz eindeutig beantworten: Kindergarten – und damit meine ich nicht Erics Verhalten. Schon lange ist er als sehr polarisierender und aggressiver Spieler bekannt, oft hat er auch daneben gegriffen und wurde dafür bestraft: In diesem letzten Statement tut er allerdings nur das, was er dann auch gegenüber fragster betont. Er zieht ein Resümee, schreibt seine eigene Meinung nieder – und die ist für seine Verhältnisse schon nett: Nicht nur, dass er sich bei seinen kritischen Äußerungen sehr zurück hält, für viele Spieler hat er auch lobende Worte parat.

Und jetzt endlich, pünktlich zum Ende seiner Karriere, hat er es wirklich gepackt: Eric ist in der Opferrolle gelandet. Dieses Mal waren es jedoch nicht Maus, Keyboard oder Internet, die ihn ein ums andere Mal trollten und in wichtigen Situationen versagten, nein, es war die ESL. Anstatt ihre Regeln ein wenig zu lockern und ihren Protagonisten und Aushängeschildern die Entwicklung eines (gerne auch kritischen) Profils zu ermöglichen, halten sie weiter an ihrer Friede-Freude-Eierkuchen-Welt fest, für die auch schon XlorD nichts übrig hatte. Trotzdem werden kritische und offene Spieler zu Stellungnahmen wohl kaum ermuntert; da machen sie wohl lieber weiterhin den Dennis Schneider. Zum Glück ist die Warcraft-EPS jetzt abgeschlossen, denn interessanter wäre sie sicherlich durch Erics Ausschluss nicht geworden.

Wirrwarr oben

Dass Eric jetzt, einen Tag vor Ende der Liga, ausgeschlossen wird, freut allerdings nicht nur den provokanten (wo das denn bitte?) Lefy, der sich als großer Endgegnerbezwinger aufspielt, sondern vor allem VoshiX. Der hatte wohl schon mit den Finals abgeschlossen, ist dafür jetzt schon fast wieder dabei. Da kann HasuObs noch so hoffen, dass er der vierte Teilnehmer wird, er hats nicht mehr in der Hand – yAws übrigens ebenso wenig.

Kritiker lesen darin die Handschrift Erics: Natürlich will das enfant terrible sich am letzten Spieltag um das Preisgeld bringen lassen, nicht gegen Lefy antreten und zwei seiner besten EPS-Freunde die Finalschancen versauen – klingt logisch. Wie man nun trotz gegenteiliger Behauptung Erics davon ausgehen kann, dass er extra gekickt werden wollte… also bitte!

Viel mehr sollte man sich noch mal fragen: Was stand da eigentlich in dem Statement? Tatsächlich äußert der Orc nur seine Meinung und das, wie schon erwähnt, äußerst zurückhaltend. Strafpunkte versucht er zu vermeiden, möchte die EPS so würdig wie eben möglich zu Ende bringen. Auch wenn die ESL Eric angeblich geschützt hat – hätte sie da nicht etwas mehr Fingerspitzengefühl beweisen müssen? Eric ist jetzt weg – außer dass ihm ein wenig Kohle flöten geht, braucht ihn das nicht kümmern. Eine nächste Saison hätte es ohnehin nicht gegeben. Dass Spieler, die schon seit Spieltagen nur noch auf Finals spielen und alles geben, um dieses Ziel ein letztes Mal zu erreichen, auf einmal ihrer Chancen beraubt werden – eine sehr zweifelhafte Entscheidung.

Eric top, ESL Flop, EPS am Ende

Aber gut, so ist er nun einmal, der Stand der Dinge. Mit Eric verlässt uns in meinen Augen einer der sympathischten deutschen eSportler. Ja, er war sehr unangenehm, aber das hatte etwas Erfrischendes. Oft wurde er zu Recht bestraft, diese Ende hat er jedoch nicht verdient. Trotzdem ist es kein unwürdiger Abgang für jemanden, der nie um eine freche Antwort verlegen war. Ein unwürdiges Ende für die EPS könnte es noch werden. Wenn weder yAws noch HasuObs die Finals erreichen, werden einige berechtigterweise fragen, ob sich die ESL hier nicht ordentlich vertan hat. Von daher:

Eric top, ESL Flop. Die Warcraft 3 EPS geht ihrem Ende entgegen – Zeit, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Der wichtigste in meinen Augen wäre: Profilentwicklung zulassen, Rivalitäten nicht unterbinden und damit den eSport spannender machen.

Eine ganz spontane Meinung von Stefan Schmitt. Bild readmore.

  • Jetzt mal ernst... das was hier geschrieben wird kann ja nicht ernst gemeint sein. Regeln sind Regeln und wer sich nicht benehmen kann hat da nix verloren. Kindergarten - und damit meine ich nicht die ESL, sondern die Propaganda dieses Artikels oO
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